408 gesehen



was leider nicht auf den ersten blick zu erkennen ist, das schild hing neben einigen ausgemusterten und am strassenrand abgestellten koffern und taschen.

407 überwachung

besonders viel fahre ich ja nicht mit der u-bahn durch die stadt. auch die deutsche bahn hat bessere kunden als mich. dann und wann aber muss ich bahnhöfe benutzen. jetzt denke ich darüber nach, mich mehr als zuvor auf bahnhöfen und öffentlichen plätzen zu präsentieren. ich könnte meinen selbstdarstellungstrieb in zukunft endlich einmal so richtig ausleben. ich könnte auf den bahnhöfen tanzen oder mit leeren taschen winken. ich könnte flanieren, den ganzen lieben langen tag. ich könnte virtuelle reden halten oder aber senieren. beim gedanken, wie mich die überwacher schon von hinten, lediglich an der gangart erkennen, würde ich emotionale orgasmen erleben. schick würde ich mich kleiden. mit anzug und krawatte. ich hasse krawatten. selbst meine mutter würde mich nicht erkennen. hat sie ohnehin nie. ich könnte es zu berühmtheit schaffen, vielleicht.
da schickt mister x zwei jugendliche volltrottel mit leeren gasflaschen im trolley auf die reise und holterdipolter haben wir übermorgen 42 weitere gründe öffentliche plätze mit videokameras zu überwachen. so einfach geht das. davon profitiert sogar die beschissene wirtschaft und mit ein bißchen eile kauft kasper schäuble noch ein paar kameras mit 16 prozent mehrwertsteuersatz. prima was die ostdeutsche pfarrerstochter im segenreichen kapitalismus für geile ideen entwickelt hat. aber irgendwie wird mir doch noch so richtig schlecht. mir wird übel, bei dem gedanken, ich müsste meinen kindern und enkelkindern beibringen auf keinem fall auf bahnhöfen in der nase zu popeln. das schadet dem ansehen (achtung wortwitz!). in unserer familie hat man schon immer gerne auf bahnhöfen in der nase gepopelt und das soll gefälligst so bleiben, demokratische freiheit inklusive.

Powered by WordPress based on Hiperminimalist Theme.
Entries and comments feeds. Valid XHTML and CSS.